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Ratgeber / How-to02. Juni 20261 Min. Lesezeit

Schaltanlagenbau nach IEC 61439: Was eigene Schaltschrankbauer beachten müssen

Mit der Normenreihe IEC 61439 wurde der Schaltanlagenbau grundlegend neu geordnet – für Eigenbauten stellt das System der Entwurfsverifizierung besondere Anforderungen.

Die IEC 61439 (in Deutschland umgesetzt als DIN EN 61439, VDE 0660-600) ist die maßgebliche Normenreihe für Niederspannungs-Schaltgerätekombinationen. Im Juni 2025 erschien mit DIN EN IEC 61439-3 (VDE 0660-600-3:2025-06) eine aktualisierte Teilnorm.

Das Konzept der Entwurfsverifizierung

Kernstück der IEC 61439 ist der Nachweis, dass eine Schaltgerätekombination die normativen Anforderungen erfüllt. Dafür stehen drei Wege offen:

  • Originaltyp-Prüfung: Vollständige Prüfung durch einen akkreditierten Prüfer.
  • Abgeleitete Typenprüfung: Neue Bauarten werden durch Vergleich mit einem bereits geprüften Referenzentwurf nachgewiesen.
  • Berechnung und Beurteilung: Bestimmte Eigenschaften (Erwärmung, Kurzschlussfestigkeit) können rechnerisch nachgewiesen werden.

NSHV vs. Unterverteiler

Niederspannungs-Hauptverteilungen (NSHV) nach IEC 61439-2 unterliegen den umfangreichsten Anforderungen, da sie hohe Ströme führen. Unterverteiler nach IEC 61439-3 für Laien bis 250 A haben schlankere, aber nicht weniger verbindliche Anforderungen.

Dokumentationspflichten

Jeder Schaltschrankbauer muss eine technische Dokumentation führen: Entwurfsverifizierungsnachweis, Stückprüfprotokolle, Schaltplan sowie Komponenten und deren Prüfnachweise. Diese Unterlagen bilden die Grundlage für die CE-Kennzeichnung. AGW Elektrotechnik betreibt eine eigene Schaltschrankfertigung mit vollständiger Prüfdokumentation nach IEC 61439.

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